Josef Quack

Zur Philosophie

 



Wenn das Denken feiert
Philosophische Rezensionen

Frankfurt: Humanities Online 2013. 248 S., 24,80 Euro.
ISBN 978-3-941743-29-8
Der Band ist auch als E-Book erhältlich: www.humanities-online.de

Zehn Jahre lang war das Wörterbuch der philosophischen Begriffe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft und des Felix Meiner Verlags auf dem Markt, ohne daß jemand die gravierenden Fehler und Lücken dieses Lexikons bemerkt hätte. Wie ist das möglich? (Taschenbuchausgabe des Meiner Verlags unverbessert, d.h. mit allen Fehlern, 2013!)
Angst vor der Religion — so heißt ein Trend der gegenwärtigen Philosophie. Was ist damit gemeint? Was hat diese Einstellung mit der Angst vor der Metaphysik zu tun?
Wir leben in einer Zeit der moralischen „Orientierungslosigkeit“ (Ernst Tugendhat). Kann eine philosophische Ethik dem abhelfen? Was ist ihre Reichweite, was sind ihre Grenzen?
Ein weiterer Trend unserer Zeit ist der Kulturrelativismus — läßt er sich ernsthaft aufrechterhalten? Was ist die Intention und der Ertrag der jüngst aufgekommenen interkulturellen Philosophie? Was sind die Probleme, die die sogenannte Philosophie des Geistes behandelt?
Das sind die wichtigsten Fragen, die in diesem Band besprochen werden. Der Titelaufsatz untersucht einige rhetorische Ausdrucksmittel der Philosophie, das hohle Pathos der Nietzsche-Adepten, die Sprache Heideggers, das nichtige Understatement der akademischen Berufsphilosophen, ihren blasierten Jargon — das bekannteste Beispiel einer falschen Untertreibung ist das Wort von der Banalität des Bösen, eine Wendung, die längst in den Phrasenschatz gedankenlos bekümmerter Zeitgenossen eingegangen ist. Diese Öffentlichkeit hat eine sprachkritische Aufklärung nötiger denn je. In dem Aufsatz bespreche ich aber auch einige glücklich gewählte Metaphern und Bilder, die unser Denken wesentlich bereichert haben.


Philosophie als Gespräch

Rez.: Herbert Schnädelbach, Analytische und postanalytische Philosophie. Vorträge und Abhandlungen 4. Frankfurt 2004. (Vollst. Text)


Negative Metaphysik

Über Karl Heinz Haag: Fortschritt in der Philosophie. (Vollst. Text)


Rationale Weltauffassung

Rez.: Karl Heinz Haag: Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung. Humanities Online: Frankfurt 2005. (Vollst. Text)


Der Begriff der Selbstliebe

Rez.: Dieter Thomä, Erzähle dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem. Frankfurt 2007. (Vollst. Text)


Anthropologie als Erste Philosophie?

Rez.: Ernst Tugendhat, Anthropologie statt Metapysik. München: Verlag C.H. Beck 2007. (Vollst. Text)


Ernst Jünger, philosophisch betrachtet

Rez.: Hans Blumenberg, Der Mann vom Mond. Über Ernst Jünger. Hg. A.Schmitz, M.Lepper. Frankfurt 2007. (Vollst. Text)


Philosophische Lebenshilfe — Zum Begriff der Willensfreiheit bei Peter Bieri

Rez.: Peter Bieri, Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens (2001). Frankfurt 2007. (Vollst. Text)


"Eine wahrhaft bahnbrechende Leistung"

Rez.: Eckart Förster, Die 25 Jahre der Philosophie. Eine systematische Rekonstruktion. 2. Aufl.
Frankfurt: Vittorio Klostermann 2012. (Vollst. Text)


Über eine Streitschrift gegen das Christentum

Kurt Flasch, Warum ich kein Christ bin. Bericht und Argumentation. München: C.H.Beck 2013. (Vollst. Text)

Flasch beschreibt zahlreiche Beziehungen, die zwischen der christlichen Glaubenslehre und der klassischen Philosophie bestehen und als rationale Stützen des Glaubens gelten konnten. Er selbst nimmt gegenüber der christlichen Lehre eine ästhetische Haltung ein. Er hat es versäumt zu erklären, was er unter Historismus versteht, und ist nicht in der Lage, die ethischen Prinzipien zu begründen, in deren Namen er das Christentum kritisiert.


Hans Robert Jauß vs. Hans-Georg Gadamer

Die Rezeptionstheorie von Jauß ist inkonsistent, seine Theorie der ästhetischen Erfahrung, auf dem Begriff der Leseridentifikation fußend, ist ein kruder Psychologismus, sichtlich die Folge davon, daß er die hermeneutische Philosophie Gadamers nicht verstanden hat.


Zur Wahrheitsfrage bei Joseph Ratzinger

Rez.: Joseph Ratzinger, Glaube, Wahrheit, Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen. Freiburg 2003. (Vollst. Text, pdf-Datei)

Ratzinger hat ein hochentwickeltes Problembewußtsein für die Belange der Theologie. Aus philosophischer Sicht sind seine Antworten auf die Nöten der Zeit aber enttäuschend — weil seine Begriffe, besonders der Begriff der Wahrheit, unklar und seine Argumentation oft nicht schlüssig ist.
Der bekannteste katholische Theologe unserer Zeit veröffentlicht ein Buch mit gravierenden philosophischen Fehlern. Wie ist das möglich? Entweder wird das Buch überhaupt nicht von theologischen Kennern gelesen oder diese Kenner verstehen nichts von Philosophie. Wenn dieses Buch typisch für das Fach ist, dann scheint das wissenschaftliche Niveau der gegenwärtigen Theologie recht bescheiden zu sein.


Rückblick auf ein Bildungskonzept

Rez.: Dietrich Schwanitz, Bildung. Alles, was man wissen muß. 12., überarbeitete Aufl. Frankfurt 1999. (Vollst. Text)


Anmerkungen zu einem philosophischen Wörterbuch

Rez.: Walter Brugger / Harald Schöndorf (Hg.), Philosophisches Wörterbuch. Freiburg: Verlag Karl Alber 2010. (Vollst. Text)


Marginalien zum Wörterbuch der philosophischen Begriffe

Rezension: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1998. Lizenzausgabe für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Aufgezeigt werden zahlreiche Fehler und Lücken des einst renommierten Wörterbuchs aus einem renommierten Verlag. Der klassische Verlag für Philosophie, der eigentlich dem Ideal der Wahrheit verpflichtet sein sollte, scheint der Meinung zu sein, er könne mit einem fehlerhaften Lexikon die Konkurrenz gegen Wikipedia gewinnen. Wenn er sich da nicht gründlich irrt.
Folgende Artikel des Wörterbuchs enthalten Fehler oder empfindliche Lücken: Artikulation, Ästhetik, Bildung, Dekonstruktion, Ens, Entität, Essentialismus, Frankfurter Schule, Gegenstand, Geschichtsphilosophie, Hermeneutik, Historismus, Identität, Illusion, in abstracto, Innerlichkeit, Intuition, Konditionalsatzlogik, Menschenverstand, Montage, Partikularismus, Postmoderne, principiis obsta, Psychoanalyse, Quantentheorie, Referenz, Schein, Semiotisches Dreieck, Sensualismus, Sprachwissenschaft, Subjekt-Objekt-Problem, Theologie, Thomismus, Uneigentlichkeit, Wahrheit, Welt, Zahl.


Christliche Philosophie? Über Josef Pieper

(Vollst. Text)


Der Intellektuelle im Exil. Über Adornos "Minima Moralia"

Exil. 33.2013, Nr.1,4-28.

Die Minima Moralia sind im Exil entstanden und sie beschreiben die soziokulturellen Bedingungen des Exils. Die Aphorismen sind ein relativ leicht verständlicher Kommentar zu dem Hauptwerk der Kritischen Theorie, Dialektik der Aufklärung. Der Aufsatz untersucht das aphoristische Denken Adornos und die sachlichen Einwände, die gegen seine ideologiekritische Gesellschaftstheorie vorgebracht wurden. Im Zentrum steht aber Adornos Kennzeichnung des Intellektuellen als kulturkritischer Beobachter und Randfigur der Gesellschaft und seine Theorie der subjektiven Erfahrung, der unverächtliche Kern seines Denkens, dem man beipflichten kann, auch wenn man seine historistische, dialektische Philosophie nicht unterschreiben kann.
Inhalt:
Der biographische Hintergrund
Aphoristisches Denken
Sachliche Einwände
Die Moral der Minima Moralia
Intellektuelle im Exil
Subjektive Erfahrung
Fazit


Über die Menschenwürde

Rez.: Peter Bieri, Eine Art zu leben. Über die Vielfalt der menschlichen Würde. München: Carl Hanser Verlag 2013.
Vollst. Text. 10. Aug. 2014


Über Religion, Gewalt und Toleranz

Rez.: Franz Kamphaus, Die Welt zusammenhalten. Reden gegen den Strom. Vorwort von H.G. Stobbe. Freiburg 2008.
Vollst. Text. 2. Jan. 2015.


Das Erlebnis und die Religion in der Kultur

Rez.: Jörg Lauster, Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums. München 2014. 734 S.
Vollst. Text. 4. März 2015.


Im Zeichen Walter Benjamins

Rez.: Theodor W. Adorno / Gershom Scholem, Briefwechsel 1939-1969. Hg. Asaf Angermann. Berlin: Suhrkamp Verlag 2015.
Exil. 34.2015, Nr.2,60-76.

Zur Sprache kommt die Sorge der Briefpartner um das Werk und das Leben Walter Benjamins (I). Besprochen werden einige Fragen des Judentums, Scholems Verdikt über das deutsch-jüdische Gespräch, seine Polemik gegen Martin Buber (II.). Der Selbstkommentar Adornos ist überaus wichtig für das Verständnis seines Werkes (III.). Ich moniere einige Fehler und Lücken in den Anmerkungen der Ausgabe (IV.) und gebe ein kurzes, aber wesentliches Resümee der Wirkungsgeschichte Benjamins (V.).


©J.Quack

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