Josef Quack

Naturlyrik in wissenschaftlicher Zeit


Rez.: Arno Dähling, Der Mond in poetischer Annäherung.
Aachen: Deutscher Lyrik Verlag 2016.



Wer heute Gedichte über den Mond schreibt, sieht sich zwei kaum zu überwindenden Handicaps gegenüber: einer respektablen Tradition berühmter Mondgedichte und der einfachen Tatsache, daß wir im Zeitalter der Mondflüge leben, wo das Gestirn nicht mehr der unerreichbare Gegenstand der Sehnsucht ist, sondern von Menschen heimgesucht wurde und wissenschaftlich weitgehend erforscht ist, eine unwirtliche, lebensfeindliche staubige Steinwüste ohne schützende Atmosphäre.
Mit diesem Problem wird Dähling, Jahrgang 1946, Kapuzinerpater, dadurch fertig, daß er es zum Thema seiner reflektierenden Gedichte macht. Dabei kommt er zu dem überraschenden Ergebnis, daß die wissenschaftliche Betrachtung des Mondes und die poetische Sicht des Gestirns sich nicht ausschließen, mehr noch, daß gerade die wissenschaftliche Sicht der Welt einen Aspekt des Wunderbaren oder Staunenswerten hat. Genau genommen heißt dies, daß auch die astronomische Erforschung des Kosmos eine ästhetische Qualität besitzt. Andererseits aber kann er feststellen, daß der Mond seine sinnliche Faszination als beherrschendes Gestirn der Nacht für unser Erleben keineswegs verloren hat. Dies ist die unerwartete Pointe dieser Texte, und Dähling sucht sie in seinem Zyklus in immer neuen Variationen in poetischen Bildern zu belegen.
Zur lyrischen Tradition dieses Motivs braucht man nicht viel zu sagen, da die signifikanten Mondgedichte bekannt sind. Klopstock beruft sich in seiner wehmütige Erinnerung an die frühen Gräber auf den „Gedankenfreund“: „Willkommen, o silberner Mond, / Schöner, stiller Gefährt der Nacht!“ In dem „Abendlied“ von Claudius, das in ein Gebet übergeht: „Der Mond ist aufgegangen, / die goldnen Sternlein prangen“, ist der Mond ein Vorbild der Stille und der Vollkommenheit im Gegensatz zur Fehlerhaftigkeit des Menschen. Für Goethe, dem wir viele Gedichte zum Thema verdanken, ist die Gestalt des Mondes eine Garantie für menschenmögliches, meist erotisch verstandenes Glück: „Nacht ist schon hereingesunken, / … Tiefsten Ruhens Glück besiegelnd / Herrscht des Mondes volle Pracht.“ In Eichendorffs „Mondnacht“ endet das sinnlich vergegenwärtigte Erlebnis der Harmonie von Himmel und Erde mit einem Ausblick auf die eigentliche, die jenseitige Heimat des Menschen: „Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus, / Flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus.“ Die mit dem Mond verbundene Konnotation der Stille und der Ruhe, die sowohl Goethe und Eichendorff beschworen haben, kehrt dann in dem modernen Lied der Comedian Harmonists wieder: „Guter Mond, du gehst so stille“.
Mit dieser Tradition konfrontiert, sucht Dähling das poetische Problem dadurch zu lösen, daß er — entgegen dem zur Prosa neigenden Trend der heutigen Lyrik — genuin poetische Mittel anwendet, Reim, regelkonformen Rhythmus, prägnante Wortwahl, wobei er nicht zögert, auch modische Ausdrücke und Fremdwörter aufzugreifen und zu gelegentlich saloppen Reimen zu verbinden. Wenn man sich die Texte nun genauer anschaut, sieht man sofort, daß Dähling ein guter Beobachter ist und daß seine Stärke in der genauen, anschaulichen Beschreibung von Naturphänomenen und elementaren Erlebnissen liegt.
Das folgende Gedicht, mit dem sachlichen Titel „Nachts“, ist meines Erachtens in poetischer Hinsicht — neben dem großartigen „Silbermond“, den ich noch erwähnen werde — das gelungenste Gedicht des Zyklus. Es vereinigt intensive Anschaulichkeit und bewegten, vorwärts drängenden, metrisch gegliederten, lyrischen Rhythmus, die beiden wesentlichen Momente sinnlicher Vergegenwärtigung mittels der Sprache in der Dichtung. Abgesehen von den ein wenig gesuchten Reimworten der vierten Strophe klingen die übrigen Reime durchaus ungezwungen und, was essentiell ist, sie bezeichnen nicht nur formale Entsprechungen, sondern auch bedeutungsvolle Korrespondenzen. In diesem Gleichkang von Silben und dem Einklang der Gedanken besteht nach Karl Kraus das Ideal des Reimes (cf. J.Q., Über die Rückschritte der Poesie dieser Zeit, 2017, 72f.). Das Gedicht liest sich wie die Beschreibung eines impressionistischen Gemäldes im Städel, das die nächtlich beleuchtete, aufgewühlte See abbildet:

Draußen, wo die Wellen brechen,
braust das Meer in wilder Wut.
So als wollte sie sich rächen,
wirbelt sturmgepeitscht die Flut.
[…]
Gegen alle Dunkelheiten
streitet, kämpft an breiter Front
immer schon, seit ew‘gen Zeiten
hoch vom Himmel her der Mond.

Die letzte Strophe zeigt an, daß diese Gedichte nicht nur beschreibender Art sind, sondern meist auch Reflexionen oder Kommentare zu dem Dargestellten enthalten, gewissermaßen die Lehre, die der Autor aus den Naturphänomenen zieht. Hier ist es die für den Mond elementare, vielfach anwendbare Erkenntnis, daß er als Repräsentant des Lichtes der positive Gegenpol zum Dunkel der Nacht ist, dem Repräsentanten des Bedrohlichen und Negativen in mancherlei Hinsicht. Entscheidend ist, daß er der Gegenpart des Dunkels gerade mitten in der Nacht ist.
Ähnlichen Sinnes ist die Schlußstrophe von „Mundaufgang“, wo es diesbezüglich, wiederum überzeugend gereimt, heißt:

Da weicht die Finsternis, besiegt.
Es fliehn die drohenden Gestalten.
Das schwache Silberlicht genügt,
die Schreckgespenster fernzuhalten.

Mehrere Gedichte vermerken die physikalische Gesetzmäßigkeit seiner Bahn, die bewundernswerte Ordnung des Kosmos. Dabei denkt der Sprecher keineswegs zunächst an die antike Idee des Kosmos, auch nicht direkt an die religiös zu verstehende Schöpfung, sondern zunächst und vor allem an die astronomische Kosmologie, und er kann der natürlichen, gesetzmäßigen Harmonie, dem „kosmischen Gefunkel“, durchaus einen beträchtlichen ästhetischen Reiz abgewinnen. Als zuverlässig wiederkehrendes Gestirn ist der Mond Sinnbild für die zyklische Wesensart des natürlichen Lebens.
In dem zentralen Reflexionsgedicht „Der Trabant“ verzeichnet der Autor zunächst die physikalische Beschaffenheit des Gestirns, um dann erstaunt festzustellen, daß diese Aufklärung keineswegs eine Entzauberung bewirkt, sondern vielmehr das unmittelbare, sinnlich faszinierende Erlebnis intakt läßt:

Niemand versteht, seinen Zauber zu klären,
jenen geheimnisvoll wirkenden Bann,
der unsre nächtlichen Träume beschweren
oder so selig erleuchten kann.

Nicht zuletzt bedenken diese Texte die Einsicht, daß, aus der wahrhaft distanzierten Perspektive des Mondes betrachtet, die menschlichen Angelegenheiten ihre Wichtigkeit verlieren:

Der Mond dreht schweigend seine Runde
nach längst vorherbestimmtem Plan.
Er schaut sich nüchtern die Befunde
der Völker, ihre Mühsal an.

Durchaus gelungen, nahezu makellos sind auch die Kurzstrophen nach der Gangart der „poetischen Reitschule“ Liliencrons, um mich eines Ausdrucks von Rühmkorf zu bedienen. Sie haben die Überschrift „Silbermond“ und klingen in das nüchtern abwägende, kluge Resümee aus:

Er prüft die Fragen
im Schein des Lichts.
Empörte Klagen
beweisen nichts.

Nicht verschweigen will ich, daß ausgerechnet die Überlegungen des Schlußgedichts über „die reine Leere“ des Alls, verstanden als Metapher der „absoluten Ewigkeit“, und die unmotivierte, fatalistisch klingende „Ehrfurcht vor des Schicksals Macht“ wenig plausibel sind und recht eigentlich enttäuschen. Sie erinnern vage an verschwommene buddhistische Vorstellungen und harmonieren kaum mit den engelhaften Gesängen, die vorher erwähnt werden.
Wenn man von diesem lyrischen Ausrutscher absieht, kann man sagen, daß diese beschreibende und reflektierende Naturpoesie in der Tradition der Schule von Barthold Heinrich Brockes steht, der seine Dichtung als „Irdisches Vergnügen in Gott“ bezeichnet hat. Im Unterschied zu Brockes, der die ausführlichste Beschreibung und die explizit religiös zu verstehende Moral der Gedichte liebt, bevorzugt Dähling aber die kurze, bisweilen spruchartige Gedichtform und, wenn überhaupt, dann den verhüllen, impliziten Verweis auf religiöse Ideen. Man soll sich in dieser Hinsicht nicht von dem Beruf Dählings irreführen lassen. Da der Mond nicht expressis verbis als Geschöpf bezeichnet oder als Bruder angeredet wird, kann man diesen Gedicht-Zyklus sicher nur mit großem Vorbehalt eine moderne Variante des Sonnengesangs des Franziskus nennen. Die Gedichte geben vielmehr sozusagen die allgemein menschliche Erfahrung der Natur in wissenschaftlicher Zeit wieder.
Wenn ich diesen Zyklus gekannt hätte, hätte ich ihn in den Rückschritten der Poesie dieser Zeit als erfreuliche Ausnahme der heutigen Lyrik gewürdigt.

J.Q. — 29. März 2018
Absatz

Rez.: Arno Dähling, Die Jahreszeiten in poetischer Umschreibung.
Aachen: Deutscher Lyrik Verlag 2017. 192 S.

Der Band enthält eine Sammlung von Gedichten Dählings, die, soweit ich sehe, wenigstens in Teilen schon in früheren Ausgaben erschienen sind. Sie vermitteln nun einen lebendigen Eindruck von dem bunten Themenkreis und den besonderen Motiven, die der Autor in seinen Texten beleuchtet. Wie der Titel verrät, sind es hauptsächlich Naturphänomene, die er in den Versen beschreibt, aber auch gesellige Ereignisse und persönliche Erlebnisse, die er in den Reimen für die Erinnerung festhält. Wir finden darin Porträts von Vögeln, Rosengedichte, Reflexionen über Wetter und Klima, festliche Anlässe, erfreuliche, aber auch kritisch gestimmte Reisebilder, musikalische Eindrücke.
Und selbstverständlich läßt sich an dieser umfangreichen Sammlung auch sehr gut studieren, welche Schreib- oder Dichtungsart Dähling bevorzugt. Dazu möchte ich zwei Bemerkungen machen. Wie anderswo ausführlich dargelegt, kann man in der heutigen Lyrik zwei Gedichttypen unterscheiden: das regelkonforme Gedicht in Versen und Reimen und das regellose Gedicht, das sich in stilistischer Hinsicht der Prosa, meistens der Alltagsrede nähert und als typisch poetische Merkmale meist nur noch eine rhythmische Gliederung, gelegentlich auch eine prägnante Metaphorik bewahrt hat (cf. J.Q., Über die Rückschritte der Poesie dieser Zeit, 2017, 63ff.). Dabei habe ich auch die Variante des metrischen, gereimten Gedichts erwähnt, das stilistisch die Ebene der Umgangssprache bevorzugt. Genau dies ist der Fall Dählings, dessen Rede in den Versen immer nahe an der heute üblichen Ausdrucksweise bleibt und den gehobenen Stil gewöhnlich vermeidet.
Zweitens weisen diese Texte eine gewisse Leichtigkeit und Unbekümmertheit des Reimens auf, die man nur erstaunlich nennen kann. Es sieht so aus, als äußere sich der Autor ohne Bedenken so, wie es ihm einfällt, ohne sich durch irgendwelche Rücksichten auf die überwältigende Tradition der großen Dichtung beirren zu lassen. In der Tat sind mir keine Wendungen oder Wortfolgen aufgefallen, die man als bewußt intendierte Anspielungen auf andere Gedichte betrachten könnte. Gewiß gibt es, wie ich gleich erklären werde, Analogien zu bekannten Texten, aber keine explizit vorgenommene intertextuelle Verweise – was ein wichtiger Unterschied zwischen logisch-semantischen und kausalen Beziehungen ist.
Diese literarische Unbeschwertheit und die Nähe zum Umgangsdeutsch vermitteln bei manchen Gedichten den kaum zu widerlegenden Eindruck, daß sie gereimte Feuilletons sind, die sich wesentlich der Freude des Autors an der metrischen Form verdanken. Aus der beachtlichen Fülle der Gedichte ragen aber einige Verse heraus, die unsere ganze Aufmerksamkeit verdienen.
Wiederum bestätigt es sich, daß zu den gelungensten Gedichten Dählings jene gehören, die sich der genauen Beobachtung natürlicher Phänomene verdanken. In erster Linie möchte ich das Gedicht „Sprühregen“ nennen, das in präziser Deskription das Phänomen vor Augen stellt und damit die klimatische Stimmung sehr wirkungsvoll und treffend evoziert:

Sprühregen rieselt unentwegt
auf alle Büsche, Eschen, Erlen.
Selbst noch das kleinste Zweiglein trägt
ein Band aus lauter Wasserperlen.

Für einen flüchtigen Moment
glänzt jedes Tröpfchen hell kristallen,
blitzt auf, empfiehlt sich dann dezent
und läßt sich still zu Boden fallen.

Bemerkenswert ist auch das Poem über den Maulwurf (Talpa), das zunächst die ausgeprägten und die reduzierten Sinne des Tieres schildert, um im Stil von Wilhelm Busch, was aber doch kaum direkt beabsichtigt war, witzig zu resümieren:

Er streitet offen für sein Recht.
Die Talpa sind seit alten Zeiten
ein unterirdisches Geschlecht
mit mancherlei Besonderheiten.

Hier wäre auch das Scherzgedicht über den Buchfink zu nennen, das mit den sprichwortähnlichen Versen schließt:

Denn, wenn man Junge füttern muß,
ist ohnehin mit Trällern Schluß.

Eine weitere Eigenart des Naturempfindens, wie es in dieser Sammlung zum Ausdruck kommt, verweist auf eine ähnliche Einschätzung bei Gottfried Benn – ich meine die Vorliebe für die Farbe Blau, die für beide Autoren einen höchst positiven Gefühlswert hat. Für Dähling besteht ein Vorzug des Winters gerade in dem tiefen Blau seines Himmels und er hat dieser von ihm so sehr geschätzten Farbe ein ganzes Gedicht gewidmet, in dem er nichts geringeres als das ganze Programm seines poetischen Naturbildes vorstellt und rechtfertigt: „Ich hole das Blaue vom Himmel herunter“. Es gehört zu den besten Texten des Bandes, wohl auch zu den lesenswerten Gedichten von heute; ich glaube aber nicht, daß der Autor sich an dem analogen Motiv bei Benn orientiert hat. Man findet es etwa in der Schlußstrophe von „Schöner Abend“:

So auch in mir, - den immer graute
früh her, verschlimmert Jahr um Jahr
entstand ein Sein, das etwas blaute -
und eine Stunde ohne Trauer war.
(cf. J.Q., l.c. 44).

In dem Schlußgedicht der Sammlung, das von der Ansicht handelt, die das Leben als Tanz betrachtet, findet sich der Vers: „Von innen her erstrahlt ein Glanz.“ Die Worte erinnern natürlich an das berühmte, mißverständliche und oft auch mißverstandene Diktum von Rilke: „Armut ist ein großer Glanz von innen.“ Wiederum enthält der Text aber keine expliziten Signale, daß diese auffällige Analogie beabsichtigt wäre und deshalb zum Sinn des Gedichtes gehörte.
In dem Gedicht über das Blau greift Dähling variierend auf eine bekannte Redensart zurück, um daran anknüpfend bestimmte bildliche Vorstellungen samt den entsprechenden Reflexionen zu entwickeln. Das gleiche Verfahren wendet er in einem seiner Rosengedichte an, wo er den Ausdruck „etwas durch die Blume (die Rose) sagen“ in charakteristischen Hinsichten ausdeutet.
Bezeichnend für des Autors Sicht der Natur ist auch sein Empfinden, das die Farben mit Klängen verbindet, die synästhetische Einstellung, die visuelle und akustische Eindrücke kombiniert oder verschmilzt. Die Erscheinungen des Frühlings, das Erwachen und Hervorkommen der Pflanzen in ihrer Vielfalt beschreibt er metaphorisch als Symphonie und Melodie. Selbstverständlich läßt er es sich nicht entgehen, den akustischen Namen der Osterglocken wörtlich zu auszubuchstabieren: „Sie läuten fröhlich durch den Park“.
Daneben hat er auch einige Gedichte dem Lob der Musik gewidmet und das alles andere Interesse übersteigende „sinnliche Erleben“ beschworen, das ein Flötenkonzert von Vivaldi vermitteln kann. Nicht zu vergessen ist ein Preislied auf Sinn und lebensnotwendigen Zweck der Lieder: „Ich brauche Lieder, um sie festzuhalten, / die Freude, die mir oft so schnell entweicht …“
In jenem Büchlein über die Poesie heute habe ich die Jetztzeit als eine säkulare Epoche beschrieben, die den Sinn für Feste und Feiern fast ganz verloren hat. In Dählings Gedicht-Sammlung findet man wohl noch manche Erinnerung an traditionelle Feste. Doch wird man kaum sagen können, daß diese Reminiszenzen meine Beobachtung grundsätzlich und im einzelnen widerlegen, beziehen sie sich doch auf die gegenwärtige Festpraxis, die recht bescheidene Veranstaltungen bereithält und ein recht bescheidenes Vergnügen vermittelt: Straßenfeste, Weihnachtsmärkte. Das einzige Gedicht auf ein religiöses Hochfest, Weihnachten, ist formal allzu konventionell angelegt und ausgeführt, als daß es dem Sinn des Anlasses in den Grenzen des überhaupt Möglichen wirklich gerecht werden könnte.
Was die Gedichte über existentielle Themen angeht, so wäre vor allem der nachdenklich stimmende Text zu nennen, der davon handelt, daß uns das Leben als Labyrinth vorkommt. Der Sinn der Verse ist wohl, daß wir erst dann frei werden, wenn wir diese Vorstellung als eine Zwangsvorstellung durchschauen und uns auf das „Innere“, die „Mitte“ besinnen. Symptomatisch aber ist wiederum, daß offen bleibt, was damit eigentlich gemeint ist.
Insgesamt aber kann man wohl mit guten Gründen erklären, daß es Dähling in diesen Texten darauf ankommt, einen zuversichtlichen Blick auf den Lauf der Welt zu werfen. Er versucht, allem Geschehen das Beste abzugewinnen, ohne die offensichtlichen Schattenseiten des Erlebens zu unterschlagen.

J.Q. — 8. April 2018

©J.Quack


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